Unsere Sankt Nikolauskirche

Unsere St. Nikolauskirche ist eine romanische Waldkirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirche ist ein Beispiel für die Waldkirchen, wie sie dank den Klöstern Hirsau und Alpirsbach im ganzen Schwarzwald verbreitet sind. Das Kloster Reichenbach errichtete um 1200 an der Grenze des Waldgedings auf dem "Irincesberc" ein starkes Vor- und Bollwerk. Die kleine "Festung" diente den Mönchen der wohl damals bestehenden Mönchsklause und den ersten rheinfränkischen Siedlern als Schutz vor Überfällen. Die Kirche am Turm wurde errichtet als der Reichtum des Klosters Hirsau und seines Zweigklosters Reichenbach stieg. Bereits 1330 wird in den Kirchenbüchern eine Nikolauskapelle erwähnt. Ein hochgotischer Chor mit Maßwerkfenstern wurde dem Kirchenschiff später angefügt.

 

 

Im ummauerten Friedhof steht der trutzige Kirchturm mit rundbogigen Schalllöchern und Schießscharten, der überdacht, neben dem romanisches Kirchenschiff in West-Ost-Richtung stehend, mit ihm verbunden ist. Ein hochgotischer Chor mit Maßwerkfenstern wurde dem Kirchenschiff später angefügt.

Die drei gotischen Maßwerkfenster wurden 1962 von den Stuttgarter künstlern W.D. Kohler und F. Gaiser geschaffen. Die Fenster suchen in mannigfaltigen Bildern den Dreieinigen Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligen Geist zu verherrlichen, indem sie von den Ereignissen des Neuen Testaments erzählen, die unser Heil begründen. 

 

 

Das linke Fenster zeigt Gottes Schöpferhand im Maßwerkbogen. Im ganzen Fenster dominiert die Farbe blau. Es berichtet über Geburt und Taufe Jesu. Ein Bild zeigt seine Wirksamkeit als Heiland und Retter des Körpers und der Seele.

Das mittlere Chorfenster enthält das Christusmonogramm im Maßwerkbogen. Es berichtet über Jesu Leidensweg vom Passahmahl bis zum Tod am Kreuz. Es wird von der Farbe Rot beherrscht.

Das rechte Chorfenster hat die Taube, als Symbol des Heiligen Geistes im Maßwerkbogen und ist in der Farbe grün gehalten. Es stellt inhaltlich eine Fortsetzung des mittleren Fensters dar und berichtet über Auferstehung und die Wirksamkeit des Heiligen Geistes.

 

 

Welcher Nikolaus war es denn, dem zu Ehren diese Kirche erbaut wurde? Es war Nikolaus, Bischof von Myra in Lykien. Lykien ist unter dem Namen Lycien in der Landkarte der Reisen des Apostel Paulus (Bibel) im südlichen Kleinasien zu finden, und auch Myra als Hafenstadt. Bischof Nikolaus lebte dort in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts, also bis zu seiner Hinrichtung ca. 350 v. Chr. Die frommen Erzählungen über ihn berichten von drei zu Unrecht eingekerkerten Offizieren, die Nikolaus befreite; von drei armen Mädchen, denen er durch heimliche Geldspenden die Heirat ermöglichte; von der Rettung dreier unschuldig zum Tode verurteilten jungen Männer, von Rettung in Seenot und anderem.
Seine Verehrung als Kinderfreund knüpft an diese Erzählungen an und lassen bei uns in Deutschland an seinem Namenstag am 6. Dezember Kinderherzen höher schlagen.

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